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Vereinsleben

DM in der Rhythmische Sportgymnastik

Alle Aufmerksamkeit auf Bremen gerichtet. Erstmals ermitteln die besten Klubs in der Rhythmischen Sportgymnastik den deutschen Meister in einem großen Finale

Bremen. Glücklich ist Larissa Drygala nicht, dass das Finale der Deutschen Turnliga (DTL) in der Rhythmischen Sportgymnastik tatsächlich stattfindet. Zu frisch sind ihre Erinnerungen an die beiden Vorrunden-Wettkämpfe – vor allem an den am 20. November, an dem die Bremerinnen wegen zweier Corona-Fälle im Team nicht angetreten waren. "Zum Glück waren wir nicht in Berlin", sagt Larissa Drygala, die Leitende Trainerin am Bundesstützpunkt in Bremen. Hier trainieren die Gymnastinnen von Bremen 1860, TV Eiche Horn und OSC Bremerhaven, die in der DTL in einem Team auflaufen dürfen.

Die beiden Corona-Fälle beschäftigen das Bremer Team noch immer. Sandy Kruse und Anastasia Gesswein (beide 1860) werden auch am Sonnabend nicht dabei sein können, wenn Bremen 1860 in Halle 7 auf der Bürgerweide um den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga Nord kämpft. Eigentlich hätten die Bremerinnen sogar Chancen auf die deutsche Meisterschaft gehabt, doch aufgrund des Startverzichts in Berlin und der daraus resultierenden null Punkte in der Tabelle war Larissa Drygala am Ende froh, als bisheriger Zweiter nur auf Platz vier abzurutschen.

Damit qualifizierte sich das Team wenigstens noch für den Relegationswettkampf gegen den Zweiten der 2. Bundesliga Nord, den SV Dallgow aus Brandenburg. Dieses Duell mit insgesamt zwölf Übungen, für das sechs 1860-Gymnastinnen vorgesehen sind, startet am Sonnabend um 13 Uhr. In der Halle gilt sowohl für die Gymnastinnen als auch für die Zuschauer die 2G-plus-Regel. Ab 17.30 Uhr folgen die Nord-Süd-Duelle zwischen den beiden Vorrunden-Gewinnern Berliner TSC und TSV Bayer 04 Leverkusen um den Titel sowie den Vorrunden-Zweiten Eintracht Frankfurt und KR School-Charlottenburger TSV um Rang drei in der deutschen Meisterschaftswertung. 

Da Larissa Drygala im Kampfgericht sitzen und die zweite Trainerin Birgit Passern fehlen wird, übernimmt Aleksandra Zapekina beim ersten Finale der noch jungen DTL in dieser Form die Betreuung der Mannschaft. Auf die Vertreterin wartet dann eine zusätzliche spannende Aufgabe, die aus einem neuen Wettkampf-Modus resultiert: Der sieht vor, dass eine Mannschaft erst dann ihre Starterin benennen muss, wenn die gegnerische Gymnastin gerade zu ihrer Übung antritt. Aleksandra Zapekina hat also nur etwa anderthalb Minuten Zeit, um personell auf den Gegner zu reagieren.

Dieser neue Modus heißt Code de Pointage und gilt bis zu den Olympischen Spielen in Paris 2024. Er soll den Wettkampf spannender machen und bietet den Trainerinnen mehr Möglichkeiten zum Taktieren. Erst unmittelbar vor der Übung entscheidet sich, welche Gymnastin zum Einsatz kommt. Dieser Modus bedeutet auch, dass sich vor jeder Übung alle Gymnastinnen immer bereit halten müssten – eine Anspannung, die es in den Wettkämpfen bislang nicht gab.

Der Modus bringt noch eine zweite wesentliche Veränderung mit sich: Die Sportlerinnen treten im Duell Frau gegen Frau an. Erhalten die Kontrahentinnen bisher für ihre Übungen Wertungspunkte, die am Ende mit den Resultaten der Mannschaftskameradinnen zum Gesamtergebnis addiert werden, sieht der neue Modus sogenannte Scorepunkte vor. Je nach dem, wie groß der Punkteabstand der beiden im Duell gestarteten Gymnastinnen ist, gibt es Scorepunkte: Keinen, wenn das Kampfgericht nur einen sehr geringen Abstand gewertet hat, bis hin zu zehn, wenn der Abstand beider Gymnastinnen größer als zehn Wertungspunkte ist. Am Ende des Wettkampfs entscheiden also die Scorepunkte aus den insgesamt zwölf Duellen zweier Mannschaften über Sieg und Niederlage und nicht mehr die Summe aller einzelnen Wertungen der Aktiven.

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INFO

Weitere Informationen über das Finale der Deutschen Turnliga an diesem Sonnabend in Bremen sind im Internet zu finden unter der Adresse www.rsg-finale.de.

Quelle: Jörg Niemeyer
Weser-Kurier-Kurier, Seite 26, Ausgabe 10.12.2021
Bild: Bremen 1860