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Vereinsleben

Gegensätze ziehen sich an

Familienserie: Die Albers engagieren sich seit rund vier Jahrzehnten bei Bremen 1860

Seit fast 40 Jahren engagieren sich (v. li.) Sean, Susanne und Wolfgang Albers mit viel Herzblut für Bremen 1860.
Erst vor wenigen Wochen hat sich die Familie Albers bei Bremen 1860 mit einem neuen Sportangebot ein weiteres „Denkmal“ gesetzt: Sean Albers (33) hat gemeinsam mit einem großen Team den „1860 B.C. Functional Fitness“-Trainingsplatz eröffnet, der Projektleiter bietet den Mitgliedern dabei naturbelassene Trainingsgeräte aus Stein und Holz, um angelehnt an die bekannten Stongman-Wettkämpfe oder die beliebten Highland-Games, „wie in der Steinzeit“ zu trainieren.
 

Bereits als kleiner Junge wurde Sean Albers Mitglied bei Bremen 1860, zunächst war er beim Kinderturnen, unter Vater Wolfgang (66) trainierte er später Taekwondo und spielte außerdem Rugby, bis ihn eine Verletzung stoppte. Mittlerweile ist Sean Albers als selbstständiger Personaltrainer unter anderem auch für den Club zur Vahr tätig – die Verbundenheit zu Bremen 1860 habe allerdings weiterhin Bestand, versichert der gelernte Koch. „Ich habe hier sehr viele Freunde“, betont Albers, „gerade auf diese tolle Gemeinschaft lege ich großen Wert.“
 

Mutter Susanne Albers ist – ebenso wie ihr Ehemann Wolfgang – mittlerweile eine Institution bei Bremen 1860. Die heute 60-Jährige trat dem Verein 1982 bei und leitet unter anderem die Fitness-Abteilung. Die ausgebildete Physiotherapeutin besitzt den 1. Dan im Judo sowie den 5. Dan im Taekwondo und hat sich in erster Linie den Frauen und Mädchen verschrieben: „Ich möchte ihr Selbstbewusstsein stärken“, verdeutlicht Susanne Albers, „das ist mir eine Herzensangelegenheit.“ Begonnen hat sie bei Bremen 1860 als ehrenamtliche Übungsleiterin, mittlerweile ist sie für den Verein hauptamtlich tätig und verbringt viel Zeit mit der Vorbereitung und Planung ihrer Kurse oder der allgemeinen Vereinsarbeit. „Hier gibt es immer etwas zu tun“, sagt sie schmunzelnd, „ich mache das gerne und schreibe sicher nicht jede Stunde auf, die ich hier tätig bin.“
 

Dafür hat Susanne Albers bei Bremen 1860 etwas viel Wertvolleres gefunden: ihr Eheglück. 1983 lernte sie Wolfgang Albers kennen und war zunächst überhaupt nicht von dessen etwas ruppiger Art angetan. „Ich wusste lange gar nicht, dass sie mich gut fand“, schaltet sich der gelernte Versicherungskaufmann ins Gespräch ein. „Irgendwie war es, als ob sich ein Rocker und eine Emanze treffen“, führt er augenzwinkernd aus, „gegensätzlicher könnte man gar nicht sein.“ Während Susanne Albers als Studentin in einer Wohngemeinschaft im Steintorviertel lebte, trieb sich ihr heutiger Ehemann in Grolland, Huckelriede oder Huchting  lieber mit eher zwielichtigen Gestalten herum.
 

„Ich war bekannt in der Rockerszene“, offenbart Albers unumwunden, „und habe mich echt gewundert, dass ausgerechnet eine Friedensaktivistin auf mich stand.“ Mittlerweile sind sie verheiratet, am 28. Juni feierte das Ehepaar Albers seinen 30. Hochzeitstag. „Eigentlich mochte ich Wolfgang überhaupt nicht“, blickt Susanne Albers auf die Anfänge der Beziehung zurück, „er war mir viel zu arrogant und hielt sich für einen ganz tollen Typen, so etwas konnte ich damals eigentlich gar nicht leiden.“ Zudem hatte sich Wolfgang Albers vor der ersten Begegnung während des Taekwondo-Trainings auch noch am Auge verletzt, „und sah aus wie ein richtiger Raufbold“, neckt Susanne Albers ihren Liebsten noch immer gerne. Allerdings habe er dieses gewisse Etwas gehabt, „dass ich irgendwie attraktiv fand und das mich total angezogen hat“, fügt sie umgehend hinzu. „Er hatte schon damals Ausstrahlung und hatte irgendwie auch etwas von Sepp Maier, den ich schon immer gerne mochte“, gesteht sie und lächelt leicht verlegen.
 

Ähnlich unterschiedlich wie ihre Eltern sind auch die beiden Söhne. Während Sean Albers eher extrovertiert und seinem Vater ähnlich sei, habe Scott „etwas mehr von seiner Mutter“, ist Susanne Albers überzeugt. „Scott ist zurückhaltender und steht nicht gerne im Mittelpunkt“, verdeutlicht die Mutter, „Sean hat mehr von einer kleinen Rampensau.“ Eine Gemeinsamkeit verbindet die Brüder allerdings: Beide sind seit ihrer Geburt Mitglied bei Bremen 1860. „Sie sind im Verein groß geworden“, erklärt Vater Wolfgang, der den 7. Dan im Taekwondo besitzt und maßgeblichen Anteil am Aufbau der Taekwondo-Abteilung bei Bremen 1860 hat. „Im November feiert die Abteilung ihr 35-jähriges Bestehen“, weist Wolfgang Albers auf das Jubiläum hin, „auch das wird groß gefeiert.“
 

Für die Familie Albers ist Bremen 1860 ihre zweite Familie, betont das Quartett, sogar ihren Polterabend feierte das angehende Ehepaar mit zahlreichen Freunden und Verwandten auf dem Vereinsgelände. „Es ist vor allen Dingen diese Gruppendynamik, die den Verein auszeichnet“, konkretisiert Susanne Albers, „hier helfen sich alle Funktionäre und Mitglieder spartenübergreifend ohne viel Gerede.“ Das beste Beispiel sei der Aufbau des „Steinzeit-Fitnesscenters“ gewesen, schließt sich Sean Albers den Worten seiner Mutter an. „Wir haben große Unterstützung bei den vielen Vorarbeiten bekommen“, sagt der 33-Jährige, „niemand hat lange gezögert, sondern sofort mit angepackt.“



Quelle: Christian Markwort

Stadtteil Kurier, Seite 6, Ausgabe 05.07.2021

Bild: Bremen 1860

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