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Bei 1860 läuft es auf eine turbulente Saison hinaus

Vor dem Auftakt in die Regionalliga-Saison stehen die Volleyballer vor einem Umbruch mit neuen Gesichtern und neuer Trainerin

Bremen. Kurz vor Ende wurde die Saison in der Volleyball-Oberliga der Männer aufgrund der Covid-19-Krise vorzeitig beendet, die Mannschaft von Bremen 1860 zählte dabei zu den Teams, die rechnerisch den Aufstieg in die Regionalliga in der Hand gehabt hatten. "Uns wurde anschließend die Möglichkeit zum Aufstieg gegeben", blickt 1860-Kapitän Paul Bormann zurück, "Bersenbrück und Ammerland II haben das nicht genutzt, wir dagegen haben nach kurzer Überlegung für die Regionalliga gemeldet."

Die Entscheidung fiel zwischen April und Mai nach einer Besprechung mit Trainerin Maike Uller-Fürst und ersten Ansätzen in Sachen Kaderplanung. Ab Mai trainierte die Mannschaft unter Auflagen wieder in der Halle, zunächst standen die Fitness, das Spiel ohne Block und mit Bedacht auf Abstand im Mittelpunkt, "mittlerweile ist weitestgehend Normalität in unseren Trainingsbetrieb eingekehrt", erläutert Bormann, "aber selbstverständlich unter Einhaltung der Corona Regeln."

Die Saisonvorbereitung sei trotz teils recht hoher Temperaturen in der Halle "konzentriert und auf gutem Niveau" abgelaufen, führte Bormann aus – das jedoch sah die Trainerin offensichtlich anders. So habe ein vermeintlich kleiner Konflikt und die Äußerung von Kritik hohe Wellen geschlagen, "sodass Maike drei Wochen vor Saisonbeginn ihr Amt niederlegte, um dem Team sowie der Abteilung noch die kleine Chance zu geben, rechtzeitig einen neuen Trainer zu finden", beleuchtet der Mannschaftsführer die überraschende Trennung aus seiner Sicht. Die Kosten für Antritt ohne Trainer lägen seinen Angaben nach im vierstelligen Euro Bereich, "unser Mannschaftsetat liegt deutlich drunter", so Bormann.

So kurz vor der Saison einen Volleyball-Trainer mit der erforderlichen B-Lizenz zu finden gestalte sich schwierig, viele hätten bereits Zusagen bei anderen Teams gegeben, also blieb nur eine Lösung: Zwei C-Lizenz-Trainer wurden den "60ern" als Ausnahme durch den Verband genehmigt, "allerdings konnten wir mit Luisa Sperling erst eine Trainerin finden, die uns kurzfristig im Rahmen ihrer zeitlichen Möglichkeiten an hoffentlich vielen Spieltagen unterstützen wird", teilt Bormann mit. Dadurch müssten der Spielführer und seine  Mannschaftskameraden viele Trainingsschwerpunkte, wie die Anzahl der Trainingseinheiten, verschiedene Taktiken oder die mögliche Aufstellung selbst organisieren, ein eigens dafür eingerichtetes Taktik-Team aus den eigenen Reihen soll zunächst darüber entscheiden. "Es verspricht, eine turbulente Saison zu werden", so Bormann.

Im Zuge der neuen Gegebenheiten verabschiedete sich nach der Trainerin mit Patrick Pfeffer ein ehemaliger Zweitliga-Spieler vom SV Fellbach, der bereits seit Februar  mit dem Team trainiert und auch eine Zusage für die Regionalliga  gegeben hatte. Nun allerdings wechselt Pfeffer zum TV Baden in die zweite Liga – und hinterlässt ein Team mit vielen Fragen: "Warum ihm nicht eher eingefallen ist, dass ihm das Niveau nicht ausreicht, bleibt schleierhaft", ärgert sich nicht nur Bormann. Gleichzeitig freut sich das Team über zwei neue Gesichter: Malte Fahrenbach, ein groß gewachsener Mittelblocker, stößt von der zweiten Mannschaft dazu und überzeuge "durch Sprungkraft im Angriff und einen guten Sinn für den Block", so Bormann. Zudem kehrt mit Timur Divanoglu ein Außenangreifer nach einem studienbedingten "Zwischenstopp" vom Oldenburger TB als "Ruhepol" zu 1860 zurück. "Und Zuspieler Bjarne Fischer lernen wir zurzeit kennen", sagt Bormann, "er ist geeignet, um schneller auf Gegner reagieren zu können und würde außerdem als Außenangreifer eingesetzt". Damit sei der nun zwölfköpfige Kader "solide besetzt", versichert Bormann, der ein positives Fazit der Vorbereitung zieht: "Wir haben gute Leistungen abgeliefert, nur die Konstanz fehlt noch."

Quelle: Christian Markwort
Weser-Kurier, Stadtteilkurier Mitte/Nordost, Seite 8, Ausgabe 17.09.2020
 

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