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Vereinsleben

Ein großer Wurf für Rasensportler

Bei der 2. Sumo Fight Night bei Bremen 1860 jubeln zwei Rugby-Spieler und zwei Footballer

Die Halle füllt sich. Auf der Tribüne ist kaum noch Platz, wer sich kurzfristig entschieden hat, zu Bremen 1860 zu kommen, muss stehen. Nach dem Zuschauererfolg im vergangenen Jahr hat der Schwachhauser Sportverein seine Sumo Fight Night in eine größere Halle verlegt – und das war auch gut so! Im Jahr 2020 bei der dann 3. Auflage werden die Organisatoren aus der Rugby-Abteilung des Vereins wohl die große Dreifachhalle komplett öffnen.

Mehr als ein Dutzend starke Männer stiegen vor mehreren hundert Zuschauern in drei Gewichtsklassen und der offenen Wertung gegeneinander in den Ring. Und es wurde spannend. Wer am Ende die meisten Kämpfe gewonnen hatte, stand ganz oben auf dem Treppchen. Daniel Antonowitsch von den Elmshorn Fighting Pirates schaffte das gleich zwei Mal. Der Footballer holte sich nicht nur die Goldmedaille in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm, sondern auch den Pokal in der offenen Wertung. Aber auch die 1860er waren erfolgreich: Vom Ausrichterverein rangen sich Johannes Timphus und Moritz Sasse in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm auf die Ränge eins und zwei; bei den Sumo-Ringern bis 85 Kilogramm wurde Steffen Kleemiß Zweiter hinter Ex-1860er Jan Wollens, der inzwischen bei den Welfen Braunschweig Rugby spielt.

Insgesamt stellten sich Rugby-Spieler und Footballer aus sechs Vereinen der Herausforderung. Sobald ein Kämpfer auch nur mit der kleinen Zehe den Ring verließ, hatte er verloren. Ringrichter Heinz Jenkel (6. Dan Judo, 3. Dan Sumo, 1. Dan Jiu Jitsu) vom Sumo-Verband Deutschland hatte ein waches Auge auf jeden, der in den Ring trat. Im Jahr zuvor bei der 1. Sumo Fight Night war er auch schon der Chef im Ring. Auch wenn er die Idee, dass Rugby-Spieler gegen Footballer im Sumo-Ringen gegeneinander antreten, zunächst merkwürdig fand, konnte er sich doch dafür erwärmen und war hinterher total begeistert von den Rasensportlern. „Die Sportler haben die Zeremonie vorweg, die Regeln und alles, was noch dazu gehört, sofort und ohne Diskussion übernommen“, sagte Heinz Jenkel weiter.

Erfahrungen von der Premiere nutzten die Organisatoren von Bremen 1860, größtenteils Rugby-Spieler, die das Event in ihrer Freizeit organisierten. So stellte mit Alex Hesse dieses Mal ein professioneller Moderator die Kämpfer vor. Als Dank dafür spendet die Rugby-Abteilung einen Teil der Erlöse an das „Casa Luca“, eine Einrichtung für elternlose und verarmte Kinder und junge Mütter in Ecuador.

Lichtkonzept und Catering zeigten ein höheres Ausmaß an Professionalität. „Das Konzept unserer Sumo-Nacht entwickeln wir von Jahr zu weiter, damit wir sie als festen Bestandteil im jährlichen Veranstaltungskalender in Bremen etablieren können“, sagte 1860-Geschäftsführer Sebastian Stern. Bei seiner dritten Ausgabe der Sumo Fight Night Anfang 2020 will Bremen 1860 noch mal einen draufsetzen.

Ergebnisse, bis 85 Kilogramm: 1. Jan Wollens (Welfen Braunschweig, Rugby), 2. Steffen Kleemiß (Bremen 1860, Rugby); bis 100 Kilogramm: 1. Johannes Timphus (Bremen 1860, Rugby), 2. Moritz Sasse (Bremen 1860, Rugby); 100plus Kilogramm: 1. Daniel Antonowitsch (Elmshorn Fighting Pirates, American Football), 2. Roman Wahrheit (Oldenburg Knights, American Football); Offene Wertung: 1. Daniel Antonowitsch, 2. Lasse Hinders (Elmshorn Fighting Pirates, American Football).

VON RAINER JÜTTNER
FOTO: MARCUS GRALHER
Stadtteilkurier, Ausgabe 07.03.2019, Seite 8

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