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Vereinsleben

Budotag wird Erfolgsgeschichte

Die Kampfkünstler von Bremen 1860 stehen für Disziplin und Respekt – Neuauflage folgt

Schon allein optisch machen sie eine Menge her, wie sie da stehen: im Scheinwerferlicht, die Bremer, die japanische und die koreanische Flagge im Hintergrund, in ihren besten Anzügen. Kampfsport hat nicht unbedingt was mit Hau-drauf zu tun, sondern auch mit Disziplin, Respekt und Etikette. Die Sportler vertreten ihre Leidenschaft mit Stolz und Würde. Genau das zeigten sie bei ihrem ersten Budotag bei Bremen 1860 vor rund 100 interessierten Zuschauern.

Die Aktiven aus den Abteilungen Aikido, Iaido, Judo, Karate und Taekwondo traten nach der Begrüßung ihrer Gäste einzeln auf und demonstrierten in Showblöcken, was ihre jeweilige Disziplin ausmacht. Die Selbstverteidigung spielt in fast allen Kampfsportarten eine wichtige Rolle, unterscheidet sich aber teilweise deutlich in der Ausführung. Während die Aikidoka ihre Gegner in eine Art Tanz verwickeln, schlagen in den meisten anderen Disziplinen die Athleten kräftig zurück oder bringen mit Hebeln ihre Gegner zu Fall. Auch die Intention, mit der die Sportler ihre Disziplinen ausführen, ist verschieden. „Wir trainieren für uns“, erklärte Aikidoka Niels Gliwitzky, während seine Kollegen auf der Matte ihre Disziplin präsentierten. Auf Status oder Graduierung komme es im Aikido nicht an; es gehe allein darum, an sich zu arbeiten um seiner selbst Willen, sagte er.

Eine weitere Säule in so ziemlich jeder Kampfkunst sind die Formenläufe, je nach Disziplin beispielsweise Kata oder Poomsae genannt. Solche Katas sind unter anderem im Iaido, dem japanischen Schwertkampf, der Schwerpunkt. Körperkontakt gibt es bei den Schwertkämpfern nicht. Trotzdem sei eine gewisse Obacht geboten, erklärte Iaidoka Michael Bürger. Die Schwerter sind zwar nicht scharf, Schnittwunden sind also keine Gefahr, allerdings sind sie spitz. Jemanden durch einen Stich leicht zu verletzen, ginge also durchaus.

Beschädigt wurden dann aber nur Bretter aus Fichtenholz. Höher graduierte Taekwondoka werden zuweilen zu Bruchtests herangezogen. Bei Prüfungen ab dem blauen Gürtel sind sie erforderlich. So zeigten sie auch am Budotag dem mitunter erstaunten Publikum, wie sie die Bretter zu Kleinholz machen. Die Vielfalt im Judo wurde deutlich, als sowohl Kinder im Grundschulalter als auch Erwachsene bei der Selbstverteidigung zeigten, wie sie ihren Sport ausführen. Auch im Karate sind die Kampfsportler altersmäßig sehr gemischt. Selbst die Jüngeren haben es schon drauf, wovon sich die Zuschauer überzeugen konnten. Daran zeigte sich, dass Kampfsport jeder machen und auch noch im höheren Alter beginnen kann. In kleineren Trainingseinheiten konnten die Zuschauer anschließend die Eigenheiten einer jeden Kampfkunst kennenlernen. Die Meister nahmen sie mit in ihre heiligen Hallen und zeigten ihnen erste, anfängergeeignete Techniken.

Insgesamt sei die Premiere eine gelungene Sache gewesen, urteilte Susanne Albers (5. Dan Taekwondo) vom Organisationsteam. In der Ausführung kam den Kampfkünstlern zugute, dass am Abend desselben Tages die Sumo Fight Night auf dem Programm stand und dafür eine Licht- und Musikanlage ohnehin in der Halle war, die die Kampfsport-Abteilungen nutzen konnten.

Dass es künftig wieder so einen Budotag geben soll, darüber sind sich die Kampfkünstler einig. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, sagte Susanne Albers. In allen fünf Kampfkünsten bietet Bremen 1860 fortlaufend Anfängertrainings an. Die Zeiten sind auf www.bremen1860.de zu finden.

Die Sportarten können Nicht-Mitglieder mit einem Gästeausweis zwei Wochen lang kennenlernen. Den Ausweis gibt es von montags bis freitags von 9 bis 17.30 Uhr für zehn Euro in der 1860-Geschäftsstelle im Baumschulenweg 6. Die zehn Euro werden bei Vereinseintritt verrechnet. Weitere Informationen zum Gästeausweis unter Telefon 04 21 / 21 18 60 oder per E-Mail unter info@bremen1860.de.

VON RAINER JÜTTNER
FOTO: MARTIN WAHLICH
Stadtteilkurier, Ausgabe 07.03.2019, Seite 7

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