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Vereinsleben

Zwischen Titelregen und Engagement

Bremen 1860 würdigte in seiner jährlichen Ehrungsmatinee sportliche Höchstleistungen und langjährige Mitglieder

Und jährlich grüßt der Präsident: Titelträger aus 2018 und langjährige Mitglieder hat das Präsidium von Bremen 1860 jüngst in seiner Ehrungsmatinee gewürdigt. Dabei hatten Präsident Hans Claussen, die Vize-Präsidentinnen Gisela Drygala und Kirsten Schüller sowie Schatzmeister Michael Schilling mehr zu tun als noch ein Jahr zuvor, denn einige Sparten, wie zum Beispiel Judo und Basketball, haben nach einer längeren Phase der Titellosigkeit mal wieder gepunktet. Andere, wie zum Beispiel die Rhythmische Sportgymnastik, die Turner und die Roll- und Eiskunstläufer, konnten erneut gute Leistungen abrufen und waren wieder mit dabei.

Heraus stach natürlich Bernd Rennies mit seinem Weltmeistertitel im Duathlon. „Mit Mittelmäßigkeit bist du nicht zufrieden“, bemerkte Moderator Axel Pusitzky gegenüber dem 65-Jährigen. Nicht nur Rennies Auftritt in Zofingen, sondern auch den der Fechter, der Gymnastinnen oder der Sportkegler und Showdowner bei Wettkämpfen in ganz Deutschland nutze der Moderator, der durch den festlichen Vormittag im Hotel Munte am Stadtwald führte, zu einem Lob auf den Sportverein: Die Reisen und Auftritte der Bremer Sportlerinnen und Sportler bei nationalen und internationalen Wettbewerben seien auch ein gutes Marketing für die Hansestadt insgesamt.

Youngsters und Oldies gleichermaßen holten sich die Ehrenurkunde persönlich auf der Bühne ab. Neben Bernd Rennies ist auch Jörg Oswald einer, der im gestandenen Altern noch mal nach Höherem strebt. Der Leichtathlet hat den Triathlon für sich entdeckt und ist bei seinem ersten Wettkampf in der neuen Sportart gleich Landesmeister in der Altersklasse M55 geworden. Schon einen Stammplatz auf der Ehrungsbühne haben die Senioren-Turnerinnen Renate Recknagel und Roswitha Wahl, die mal wieder Deutsche Meisterin und Vize-Meisterin geworden sind. Auch Martina Reicksmann und Mohamed Shati standen nicht zum ersten Mal vor dem Vereinspublikum: Im Showdown, also im Tischball für Sehbehinderte, ist Shati Norddeutscher Meister geworden, Reicksmann hat bei den Nord-Westdeutschen Meisterschaften Bronze erspielt. Beide haben sich für die Deutschen Meisterschaften im April in Viersen qualifiziert. Als deutsche Meisterin auf Bohle und Vize-Meisterin auf Schere stand auch die sehgeschädigte Sportkeglerin Ursula Bibow schon mehrmals ganz oben. Auch 2018 kegelte sie sich wieder an die Spitze. Als deutsche Vize-Meister auf Bohle hat das 1860-Präsidium Heike Gendatis und Rüdiger Schütte Urkunden überreicht; Dieter Becker holte Bronze sowohl auf Bohle als auch auf Schere.

Altersgemischt ist das Bild in vielen Mannschaftssportarten. Ob die Tanzgruppe „Rhythmix“, die zweiten Basketball-Herren oder die ersten und zweiten Basketball-Damen – für ihre Meistertitel und Aufstiege konnte es nicht genug warme Worte geben. Voll wurde es neben Axel Pusitzky wieder, als die Rhythmischen Sportgymnastinnen auf die Bühne kamen: Wie jedes Jahr füllt die Liste der Erfolge mehrere Seiten im Ehrungsbuch. Eine Masse an Sportlerinnen und Top-Leistungen, die namentlich gar nicht komplett genannt werden kann. Eine stach allerdings heraus: Mit ihrer WM-Teilnahme in Sofia quasi in letzter Minute schuf sich Julia Stavickaja selbst unvergessliche Momente und wurde dafür vom Präsidium besonders hervorgehoben. Auch für das laufende Jahr hegt sie wieder hohe Ambitionen.

Ein Programmpunkt freute den ehemaligen Turner Axel Pusitzky besonders. „Turnen erlebt eine Renaissance“, sagte er. Tatsächlich standen im vergangenen Jahr sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen ab sechs Jahre mehrfach 1860er auf den Treppchen der Ligen und Meisterschaften. Auch Leichtathletin Hannah Cirksena, Rugby-Spieler Ibb Mayr und Judoka Shamshod Normakhmatov, allesamt noch Schüler an weiterführenden Schulen, zeichnete das Präsidium für ihre Leistungen aus.

Bei den Jubilaren hob Moderator Axel Pusitzky besonders Ehrenmitglied Hartmut Schabacker hervor. „Das ist einer der nettesten Menschen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe“, sagte der Moderator. Seit 70 Jahren setzt sich der Jubilar schon für den Verein ein, war ein zuverlässiger Partner der Turnsparte und sorgte mit dafür, dass Horst Neumann als Kunstturntrainer 1976 nach Bremen kam. Als eines von vier Geschwistern kam auch Inge Schmidt vor 70 Jahren zu Bremen 1860. Ganze 60 Jahre hält Adelheid Middendorff schon 1860 die Treue. Zu den Jubilaren, die seit 50 Jahren Mitglied sind, gehören Ehrenmitglied Manfred Ziehm, der sich in der Volleyball-Abteilung sehr verdient gemacht hat, und der ehemalige Leistungsturner Ralf Dornbusch sowie der ehemalige Turntrainer Werner Günther, Helga Kats, Ingeborg Momsen, Liselotte Müller, Stephan Pretor und Günther Rohrbach. Kerstin Finken, Lothar Flack, Joachim Jung, Michael Laaß, Lutz Laeger sowie Ingo Müller-Dormann und Udo Rediske wurden für die 40-jährige Mitgliedschaft und gleich 19 Mitglieder für die 25-jährige Treue geehrt.

Nach dem offiziellen Teil frönten die geehrten Mitglieder einer anderen Leidenschaft: dem Klönen, dem Austausch und dem Sich-Kennenlernen. Ganz so wie es sich für einen Sportverein gehört.

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