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Hohe Beteiligung beim Friesenturnier

Bremen 1860 richtet das traditionelle Marathonevent aus und schickt parallel 19 Fechter nach Mülheim

Es scheint nicht zu laufen für den Florettfechter: Florian Olschewski steht weit hinten in seiner Hälfte der Bahn, sein Gegner scheint aggressiver in die Angriffe zu gehen. Am Ende hat Olaf Ziebell vom ETV Hamburg fünf Treffer gelandet, Florian Olschewski von Bremen 1860 nur drei. Doch der Schein trügt. Das Duell gegen den Hamburger ist nur eines von zwei, das er verliert. Insgesamt musste er an nur einem Tag in 24 Gefechte, 22 davon gewann er und holte am Ende Silber mit dem Florett. Der Erstplatzierte, Lennard Meyer vom Waldörfer SV, hat ebenfalls zwei seiner 24 Gefechte verloren, stand am Ende aber knapp besser da, weil er weniger Gegentreffer kassiert hatte.
Beim Friesenturnier, dem traditionellen Fecht-Wettbewerb, den Bremen 1860 seit vielen Jahren ausrichtet, trafen mit dem Florett 19 Männer und sechs Frauen aufeinander. „Weil so wenig Frauen erschienen sind, haben die sechs sich dafür entschieden, auch gegen die Männer anzutreten“, sagte 1860-Turnierleiter Dietrich Seevers. So kamen die 24 Gefechte zustande, in die jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer gehen musste.

Das ist konditionell eine ganz ordentliche Herausforderung. Genau dieser Marathonmodus mache das Turnier aber auch so interessant, sagte Florian Olschewski. Er begann im Alter von sieben Jahren in Bremen-Nord mit dem Fechtsport. In der Zeit trat er auch schon mal beim Friesenturnier an und erinnert sich an einige Konkurrenten von damals. Einer davon ist Arnim Cronjaeger, der älteste Fechter im Wettbewerb. „Da konnte ich ihn noch schlagen“, erzählt der 83-Jährige. Auch er ging über alle 24 Gefechte. Das ist in seinem Alter nicht mehr ganz so leicht, sagte er, aber es mache ihm einfach zu viel Spaß, als dass er ans Aufhören denken würde. Fünf Gefechte gewann er und stand am Ende des Tages als 17. auf dem Tableau. Damit ließ er zwei deutlich jüngere Konkurrenten hinter sich.

Bei der Siegerehrung der Florettfechter waren Frauen und Männer wieder getrennt. Die 1860erin Lara Kleinschmit stand als beste Frau ganz oben. Ihre Teamkolleginnen Amandine Colson und Mareike Luft wurden Vierte und Sechste. Am Degen fochten 16 Frauen und 27 Männer die Platzierungen geschlechtergetrennt aus. Dabei hielt Naciely Lizbeth Anton Larios die 1860-Vereinsfarben hoch. Sie holte sich den ersten Platz bei den Frauen vor Sarah Wittmann. Die Neu-Bremerin tritt zwar noch für die TG Würzburg an, trainiert aber bereits bei Bremen 1860. Die 1860erin Kathrin Gebhardt wurde zehnte. Bei den Männern schaffte es Michael Albrecht als bester 1860er auf Rang neun als einziger in die Top Ten.

Beim Internationalen Florett-Pokalturnier in Mülheim an der Ruhr starteten 19 Fechterinnen und Fechter von Bremen 1860 von der U11 bis zu den Senioren. Zahlenmäßig und auch vom Niveau her sei das Mülheimer Turnier stark besetzt gewesen, sagte 1860-Fechttrainer Sebastian Theiß. Dennoch wunderte es den Trainer, dass bei ihren 16 Starts am ersten Turniertag keiner seiner Schützling ein K.O. für sich entscheiden konnte. Erst am zweiten Turniertag zeigten einige Bremer, was sie können. Bei den Senioren holte Clara Neumann den dritten Platz, Aurelia Gündel tat sich mit ihrem achten Platz in der U 13 hervor. Mit dem zwölften Platz in der U 20, dem 13. Platz in der U 15 und dem 17. Platz in der U 17 seien Luis Wassenaar, Finn Bischof und Matvey Mogilin im Rahmen, so der Trainer.

VON RAINER JÜTTNER
Stadtteilkurier
Ausgabe 27.02.2020, Seite 7

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