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Norddeutsche Parkour-Community traf sich in Bremen

Zur dritten „Jump and Move Jam“ kamen Sportlerinnen und Sportler aus Hamburg, Kiel, Rostock und Berlin nach Bremen

Zusammenkommen, gemeinsam an Obstacles werkeln, sich immer wieder neue Wege ausdenken, sie zu überwinden, gegenseitig Tipps geben, korrigieren – zu einer Jam Session der anderen Art hatte die Parkour-Abteilung von Bremen 1860 eingeladen. Zum dritten Mal schon organisierten die Bewegungskünstler ihre „Jump and Move Jam“ in den Hallen am Baumschulenweg. Neu war in diesem Jahr, dass auch ein Teil des Rasenplatzes mit genutzt wurde. Rund 50 junge Frauen und Männer folgten dem Ruf der Parkour-Sportler und nutzten das Wochenende zum Netzwerken, Austauschen und Dazulernen. Innerhalb der Bremer Community hat die 1860-Jam einen sehr hohen Stellenwert, gerade auch in diesem Jahr, weil die Sportmesse „Passion“ ausgefallen ist, sagt Parkour-Trainer Robert Lämmle. Überregional wächst die Bekanntheit der Bremer Jam.

Aus Hamburg, Rostock, Kiel und Berlin sind beispielsweise Sportlerinnen und Sportler angereist. Sie übernachteten zum großen Teil in der Dreifachhalle von Bremen 1860. Sie schliefen auf den Matten, die für weiche Landungen nach Sprüngen von den Gerüsten und Plattformen ausgelegt waren, oder befestigten Hängematten an den Baugerüststäben. Die Gestänge stellte die Firma Wilhelm Bädecker Gerüstbau der Parkour-Abteilung kostenlos zur Verfügung. Gemeinsam machten sich die Trainer von 1860 daran, aus ihnen spannende Abenteuerspielplätze für Erwachsene zu bauen. In den vergangenen Jahren hatten sie ein großes Gerüst in der Halle aufgebaut, in diesem haben sie mehrere kleine Klettergerüste an verschiedenen Stellen in der Halle und davor arrangiert, erzählt Robert Lämmle. Dadurch konnten mehrere Sportlergruppen gleichzeitig aktiv sein; der Flow war deutlich besser gegeben. Zudem ergänzte das Parkour-Trainerteam von Bremen 1860 die Gerüste mit Wänden und Plattformen, die sie aus Spanplatten zurechtschnitten und an die Stangen montierten. „Das waren für einige ganz neue Hindernisse, an denen man witziges Zeug ausprobieren konnte“, so Coach Lämmle. Treckerreifen, die von einem früheren Event des Vereins übrig waren, ergänzten die Parcourslandschaft ebenso wie klassische Sportgeräte, wie beispielsweise Turnkästen und ein Airtrack. Auch ausgeschlachtete Autos vom Schrott boten interessante Hindernisse, über die es galt hinweg oder hindurch zu kommen. Drei an der Zahl hatten die Sportler in die Halle und auf den Rasenplatz geschafft – vielleicht eines zu viel, wie Robert Lämmle gesteht.

Da die Autos keine Fensterscheiben mehr hatten, konnten die Parkour-Sportlerinnen und -Sportler nach Belieben hinein und hinaus springen, machten Saltos und Rollen über das Dach oder die Motorhaube und inspirierten sich gegenseitig zu immer neuen Tricks. Die Baugerüste dienten auch nicht nur dazu, an ihnen hoch zu klettern. Auf ihnen konnten die Sportlerinnen und Sportler balancieren, sich von einer Stange auf ein Autodach oder an eine andere Stange schwingen. Insgesamt eine recht schweißtreibende Angelegenheit, denn was so leicht und fließend aussieht, ist extrem kraftraubend und konditionell hoch anspruchsvoll. Den Jungs rann dann auch das Wasser von der Stirn. Für reichlich Erfrischung in flüssiger Form hatten sie wohlwissend gesorgt.

Baugerüststangen und Schrottautos sind inzwischen zu ihren eigentlichen Besitzern zurückgekehrt, die Spanplatten lagert die Abteilung ein, um sie im nächsten Jahr wieder in Gerüste einzubauen. Dass es eine weitere „Jump and Move Jam“ geben soll, steht schon fest, die Details müssen noch geklärt werden.
 

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