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Abbariki debütiert mit zwei Siegen



Der gehbehinderte Kugelstoßer und Diskuswerfer Salman Abbariki holte bei seinem ersten Wettkampf im Trikot von Bremen 1860 gleich zwei Siege. Erst im Juli 2018 kam der Iraner in die Hansestadt. Seit Beginn dieses Jahres trainiert der 32-Jährige bei Bremen 1860. Am Start waren bei den Werfertagen in Halle (Saale) neben der deutschen Werferelite auch internationale Spitzensportler unter anderem aus Amerika, China und Russland. Mit seinem ersten Platz im Diskuswerfen in der Klasse F34 war Abbariki aber nicht wirklich zufrieden. Die Scheibe hatte er in der Vergangenheit schon weiter geworfen als die 26,41 Meter in Sachsen-Anhalt. Grund für die vergleichsweise geringe Weite ist der große Trainingsrückstand, der Abba­rikis Flucht aus dem Iran und einer fehlenden behindertengerechten Trainingsanlage geschuldet war.
Im Kugelstoßen hatte der Athlet mit Infantiler Cerebralparese (ICP) höhere Ambitionen, weil er den Winter über immerhin in den Hallen im Baumschulenweg trainieren konnte. Die neun Meter knackte er allerdings erst im fünften und vorletzten Versuch. Im letzten Versuch steigerte sich noch einmal auf 9,25 Meter. Das reichte zum Sieg in seiner Wettkampfklasse. „Auch wenn noch Luft nach oben ist, war es ein erfolgreiches Debüt“, kommentierte Trainer Christian Siegmund, der mit seinem Athleten in der Woche nach dem Wettkampf die neue Kugelstoßanlage bei Bremen 1860 in Betrieb nahm.

Der Betonring erfüllt alle Voraussetzungen für ein Training auf Wettkampfniveau für behinderte und nicht-behinderte Leichtathleten. Gehbehinderte Kugelstoßer üben ihren Sport im Sitzen aus. Damit sie dabei nicht wackeln, verfügt der Kugelstoßring über Verankerungsmöglichkeiten, an denen der Stuhl befestigt wird. Den Ring hat Bremen 1860 allein aus Eigenmitteln finanziert. Damit will der Sportverein einen weiteren Beitrag zur Inklusion auch im Wettkampfsport leisten.

VON RAINER JÜTTNER
Weser-Kurier, Ausgabe 17.06.2019, Seite 23

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