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Lisbeth Buchwald beste Bremerin

Fechterinnen und Fechter von Bremen 1860 starten bei den deutschen Meisterschaften der U 13 / U 14 und U 20

Das waren harte Wochen: An vier Wochenenden in Folge waren Fechterinnen und Fechter von Bremen 1860 auf Turnieren unterwegs, sind kreuz und quer durch das Land gefahren und haben gegen teilweise ältere und erfahrenere Gegner bestehen müssen. Abschluss dieser Tournee waren die deutschen Meisterschaften der U 13 und U 14 in Moers. Beste Bremerin dabei war Lisbeth Buchwald mit ihrem 16. Platz im Einzel.

Die U 13-Fechterin überstand Vor- und Zwischenrunde und traf im ersten K.o.-Duell auf Anastasia Tropmann aus der Fechthochburg Tauberbischofsheim. Ihr unterlag sie mit 5:10 Treffern, schaffte es aber über die Hoffnungsrunde, wo sie Mara Mönnighoff vom FC im VfL Bochum mit 10:7 Treffern bezwang, noch mal zurück ins Ranking. Auch gegen Annika Müller vom FSC Jena setzte sich die junge Florettfechterin durch; erst Lina Hoffmann vom PSV Weimar beendete dann den Lauf der Bremerin.

„Lisbeth hat sich im vergangenen halben Jahr sehr gesteigert“, sagte Sebastian Theiß, Fechttrainer bei Bremen 1860. Keine Trainingsstunde, keine Sondereinheit habe die Athletin versäumt, war regelmäßig auf Turnieren, wo sie oft gegen ältere und erfahrenere Fechterinnen antrat. „Sie ficht sehr bewusst“, so der Trainer weiter. Lisbeth Buchwald sei eine gute Kopfarbeiterin: Sie lege sich vorher eine Strategie zurecht, die sie dann auch durchziehe, fuhr er fort. Trotzdem sei ihr Abschneiden im 52 Fechterinnen starken Starterfeld bei dieser deutschen Meisterschaft eine kleine Überraschung gewesen. Angesichts des Wettkampfmodus’ mit Vor- und Zwischenrunde sowie den Hoffnungsläufen in den K.o.-Runden habe er mit seinen Schützlingen neben Technik und Taktik auch viel Kondition trainiert, erzählte Sebastian Theiß weiter.

Mit ihrem 16. Platz tritt Lisbeth Buchwald in die Fußstapfen von Teamkollegin Elisabeth Wichmann, die in der U 13 im vergangenen Jahr ebenfalls diese Platzierung erreicht hatte. Eine Altersklasse höher belegte sie nun den 17. Platz unter 48 Starterinnen. „Das ist echt traurig für den Fechtsport“, sagte Sebastian Theiß über das kleine Starterfeld, denn 66 Fechterinnen hätten es sein dürfen. Elisabeth Wichmann war eine von den 1860ern, die vier Wochen in Folge bei Meisterschaften auf der Bahn standen. Den Auftakt machten die offenen Thüringer Landesmeisterschaften in Jena, an denen die Bremer zur Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften teilnahmen und wo Elisabeth Wichmann Zehnte wurde. Eine Woche später ging sie mit der Mannschaft bei den nationalen Titelkämpfen der U 17 in Weinheim und wieder eine Woche später mit der Mannschaft bei den deutschen Meisterschaften der U 20 in Schwerin ins Rennen um die Platzierungen. Bei der U 14 in Moers überstand Elisabeth Wichmann die Vor- und Zwischenrunde. Im ersten K.o.-Duell gegen die spätere Bronzegewinnerin Luna Blum vom TFC Hanau war dann Schluss. Auch die Hoffnungsrunde gegen Julia Berger vom SC Berlin brachte der Bremerin kein Glück.

Bei den Jungen erreichte nur Julius Helling in der U 13 die K.o.-Runde. Der Linkshänder sei immer eine Herausforderung für seine Gegner, sagte Sebastian Theiß. Davon abgesehen entwickele er sich gut. Linus Schulz vom OSC Potsdam fand im ersten K.o.-Kampf allerdings ein Mittel gegen die Linkshand, und auch Felix Schreiber vom FC Radebeul wusste sich in der Hoffnungsrunde gegen den Bremer erfolgreich zur Wehr zu setzen. Für ihn blieb somit nur Platz 32. In der U 13 trat außerdem Hellings Teamkollege Bruno Fischer an und landete auf Rang 47. In der U 14 wurden die 1860er Finn Bischof und Matvey Mogilin 33. und 35. Als Team schafften es die vier Jungs auf den 15. Platz.

Bereits eine Woche zuvor hatten sich Teamkollegen von den vier U 13- und U 14-Fechtern der Konkurrenz gestellt. Tom Willems, Führender der Bremer Landesrangliste, und Julian Dubischar, der als Nachrücker im nationalen Wettbewerb ran durfte, traten bei der U 20 in Schwerin im Einzel an und holten die Plätze 78 und 90. Zusammen mit Luis Wassenaar versuchten sie ihr Glück im Teamwettbewerb und belegten Platz 17 unter 18 Mannschaften.

Alle drei Fechter sind jung genug, um noch bei der U 17 starten zu dürfen. Sie hatten es fast ausschließlich mit Gegnern zu tun, die schon drei Jahre länger fechten. Der Sprung von der U 17 zur U 20 sei gewaltig, so Sebastian Theiß. „Die Älteren sind einen Tick härter und schneller.“ Insofern sei das Vorrundenaus von Tom Willems (15) und Julian Dubischar (16) nicht wirklich dramatisch, sagte der Trainer. Mit der Mannschaft sei vielleicht auch eine Platzierung besser drin gewesen.

Bei den Frauen war Clara Neumann von Bremen 1860 als Führende der Landesrangliste gesetzt, ihre Schwester Marie Neumann rückte nach, weil andere Bundesländer ihre Quote nicht ausnutzten. Auch für sie waren die Meisterschaften nach der Vorrunde beendet. Für Clara Neumann (17) wäre mehr drin gewesen, so Sebastian Theiß. Sie patzte in der Vorrunde. Marie Neumann (14) habe gut gefochten und zeige auch eine gute Entwicklung, allerdings hatte sie der deutlich älteren Konkurrenz noch nicht viel entgegenzusetzen. Clara Neumann wurde 79., Marie Neumann landete auf Platz 90.

Im Mannschaftswettbewerb verstärkte Elisabeth Wichmann das Bremer Team. Mit nur einem Sieg in dem Wettbewerb wurden die Bremerinnen 16. von 17 Mannschaften.

VON LIANE JANZ
FOTO: SEBASTIAN THEISS
Stadtteilkurier, Ausgabe 03.06.2019, Seite 6