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Traum vom Titel ist geplatzt

55:81 in Bürgerfelde: Bremen 1860 patzt ausgerechnet im Endspiel

Für die Basketballer von Bremen 1860 ist der Traum vom Meistertitel in der Oberliga West der Männer ausgeträumt: Nach der deutlichen 55:81 (32:47)-Auswärtsniederlage beim direkten Konkurrenten vom Bürgerfelder TB kann das Team von Trainer Cai Kaiser nicht mehr aus eigener Kraft auf Rang eins gelangen – durch die mehr als souveränen Darbietung des BTB gewannen die Oldenburger den direkten Vergleich deutlich und feierten den Titelgewinn frenetisch. "Unser Ziel, Meister zu werden, haben wir somit leider verpasst", konstatierte ein komplett enttäuschter Cai Kaiser nach dem Debakel. "Sehr unglücklich, dass wir genau in diesem Spiel einen so schwarzen Tag erwischt haben", bedauerte der Coach, "es war nicht  einmal besonders stark verteidigt von Bürgerfelde, wir hatten die Würfe, die wir wollten, nur wollte nichts rein."
Es war kurioserweise das Nachholspiel vom ersten Spieltag, doch von der Dramaturgie her passte der Termin sicherlich besser ans Ende der Saison: Das absolute Top-Duell zwischen dem aktuellen Spitzenreiter und seinem ärgsten Verfolger sorgte für eine volle Halle und großartige Atmosphäre. Und eines war auch sicher: Nur der Sieger der Partie könnte aus eigener Kraft Meister werden. Dazu müssten allerdings auch noch die verbleibenden Punktspiele der Saison gegen die weiter unten platzierten Gegner erfolgreich gestaltet werden. Dass dies allerdings kein Selbstläufer ist, musste Bremen 1860 am vergangenen Wochenende selbst leidvoll erfahren: In einem wahren Offensiv-Spektakel unterlagen die Bremer beim heimstarken TV Delmenhorst mit 107:114 – und brachten Bürgerfelde damit in eben diese Ausgangsposition.

Die Meisterschaft sollte in diesem einen Spiel zu ihren Gunsten entschieden werden, das hatten sich die Bremer fest vorgenommen. "Leider erwischten wir einen rabenschwarzen Tag von der Dreierlinie", erläuterte Kaiser, "normalerweise unsere Stärke, schließlich stellen wir doch mit über neun Dreiern pro Spiel das beste Drei-Punkte-Team der gesamten Liga."  Ausgerechnet an diesem Tag war der gegnerische Korb aber wie vernagelt für die Bremer. Viele gut rausgespielte Angriffe endeten mit völlig offenen Würfen, die ihren Weg  allerdings nicht ins Ziel fanden. Am Ende las sich die  Quote brutal ernüchternd: Von 27 Versuchen traf Bremen 1860 kein einziges Mal aus der Distanz. "Hätten wir normal unseren Schnitt getroffen", war Kaiser überzeugt, "hätten wir gewonnen." So taten sich die Bremer ausgerechnet im Endspiel um den Titel schwer, einzig Paul Kowalski (18 Punkte) fand einigermaßen zu seiner Form. "Alle anderen hatten leider kein Wurfglück, haben aber auch gekämpft", fügte Kaiser noch schnell hinzu – und gratulierte den Siegern fair zur Meisterschaft. Eine theoretische Chance bestehe zwar noch, "aber da muss so viel zusammen kommen, dass es nicht realistisch ist", hält Kaiser zwei BTB-Pleiten in drei Spielen für ausgeschlossen.

Bremen 1860: Dettloff, M. Diederich, P. Diederich (4), Hanci, Hein (8), Hollmann (7), Iffland (2), Kaniok (4), Kosuta (12), Kowalski (18), Mbengue, Wolde.

VON CHRISTIAN MARKWORT
Weser-Kurier, Stadtteilkurier Nordost, Ausgabe 22.02.18, Seite 10

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